Honigschleuder
Was ist eine Honigschleuder?
Die Honigschleuder ist eine Zentrifuge und das Herzstück bei der Honigernte. Sobald der Imker die dünne Wachsschicht (das Entdeckelungswachs) von den reifen Honigwaben entfernt hat, werden die Rähmchen in den Korb der Schleuder eingehängt. Durch eine schnelle Drehbewegung entsteht Zentrifugalkraft (Fliehkraft). Diese drückt den zähflüssigen Honig schonend aus den Wabenzellen an die Innenwand der Schleuder, von wo aus er nach unten abfließt. Der große Vorteil: Das wertvolle Wachsgerüst der Waben bleibt intakt und kann den Bienen wieder zur Verfügung gestellt werden.
Expertenwissen aus der Praxis: Von tanzenden Maschinen zur 52-Waben-Anlage
Wenn wir heute in unserem Schleuderraum im Bergischen Land stehen und die Waben unserer 350 Wirtschaftsvölker abernten, blicken wir auf eine steile und lehrreiche Entwicklung zurück. Angefangen haben wir im Jahr 2016 im Raum des lokalen Imkervereins mit einer kleinen 4-Rähmchen-Schleuder. Wir erinnern uns noch zu gut an den Tag, als sich durch die Unwucht plötzlich die Schrauben lösten und die volle Schleuder mitsamt Honig wild quer durch den Raum schlitterte! Solche klebrigen Erfahrungen verinnerlicht man nach stundenlangem, mühsamem Putzen extrem schnell.
Heute arbeiten wir in unserer Berufsimkerei mit einer gewaltigen 52-Rähmchen-Schleuder, in der unsere flachen Dadant-Honigraumrähmchen zügig geleert werden. Doch selbst dieser Profi-Gigant gerät an Spitzentagen der Tracht oft schon an seine Grenzen. Was sich seit 2016 jedoch nie geändert hat: Der gewonnene Honig fließt kompromisslos naturbelassen direkt ins Gebinde und wird bei uns strikt unter 40 °C verarbeitet, um das volle Aroma und alle Enzyme zu erhalten.
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