Schwarmtrieb
Was ist der Schwarmtrieb?
Der Schwarmtrieb ist der angeborene biologische Fortpflanzungs- und Vermehrungstrieb eines Bienenvolkes. Er erwacht meist im Frühling oder frühen Sommer, wenn das Nahrungsangebot üppig ist und das Bienenvolk so stark wächst, dass es im Stock eng wird. Um sich zu vermehren, zieht das Volk neue Königinnen in speziellen Zellen (Weiselzellen) heran. Kurz bevor die erste neue Königin schlüpft, verlässt die alte Königin mit etwa der Hälfte der Arbeiterinnen den Bienenstock als beeindruckende Schwarmwolke, um eine neue Behausung zu suchen. Zurück bleibt die andere Hälfte des Volkes, die mit der jungen Königin einen Neustart wagt.
Expertenwissen aus der Praxis: Schwarmzeit im Bergischen Land
Für uns bei Grega's Imkerei ist die Schwarmzeit im Mai und Juni die intensivste und spannendste Phase des Jahres. Mit 350 Wirtschaftsvölkern müssen wir den Schwarmtrieb genau im Blick behalten. Ein unkontrolliert abgeflogener Schwarm bedeutet nicht nur den Verlust von Bienen und der Honigernte, sondern hat heute in freier Wildbahn ohne imkerliche Pflege durch den Befall mit der Varroamilbe leider kaum noch Überlebenschancen.
Deshalb lenken wir als Berufsimker diesen Trieb auf artgerechte Weise. Unsere großen Dadant-Holzbeuten geben der Königin viel Platz für die Eiablage, was die Schwarmstimmung von Natur aus dämpft. Wenn wir bei der Durchsicht bemerken, dass ein Volk dennoch schwärmen möchte, greifen wir dem Naturereignis sanft zuvor: Wir entnehmen Brutwaben und bilden daraus neue Ableger (Jungvölker). So wird der Vermehrungstrieb der Bienen erfüllt, das Muttervolk wird entlastet und wir sichern nachhaltig den Fortbestand und die Gesundheit unserer Imkerei. Königinnen, die Flügel stützen, machen wir nicht!
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