Räuberei Bienen
Was ist Räuberei bei Bienen?
Räuberei bezeichnet in der Imkerei das Verhalten von Honigbienen, bei dem sie massiv in fremde Bienenstöcke eindringen, um dort gelagerten Honig zu stehlen. Schwache Völker werden hier von stärkeren Bienenvölkern teils ausgeraubt. Dieses Verhalten ist kein Zeichen von Aggressivität, sondern ein reiner Überlebensinstinkt. Es tritt fast ausschließlich in trachtlosen Zeiten auf – also dann, wenn die Natur witterungsbedingt oder jahreszeitlich keinen frischen Nektar mehr zur Verfügung stellt und die Bienen alternative Zuckerquellen für den Winter suchen. Aber auch unser Imkereigebäude ist beliebt bei den Bienen. Denn sie riechen den Honig. Im Spätsommer eine Tür nicht richtig zuzuschließen, kann schnell eine Räuberei auslösen.
Expertenwissen aus der Praxis: Verschlossene Türen und das "süße Gold"
Wir bei Grega's Imkerei erleben den gewaltigen Unterschied der Jahreszeiten bei jeder Honigernte hautnah. Wenn wir im Frühling den ersten Honig schleudern und draußen die Natur im Vollblühen steht, interessiert der Honigduft im Inneren unserer Imkerei die Bienen überhaupt nicht. Die Frühjahrsernte verläuft absolut entspannt und fast ohne Bienenflug rund um den Schleuderraum.
Ganz anders sieht es bei der Spättracht im Sommer aus: Wenn Hitzewellen die Blumen austrocknen lassen oder die Nektarquellen im Bergischen Land versiegen, herrscht bei den 350 Völkern Futtersuche auf Hochtouren. Wenn wir dann im Spätsommer schleudern, dauert es oft nur wenige Minuten, bis die ersten Suchbienen das „süße Gold“ im Schleuderraum riechen. In dieser Zeit müssen wir als Berufsimker die Türen unserer Imkerei stets strikt geschlossen halten, da sich sonst in kürzester Zeit eine massive Räuberei entwickelt. Das zeigt uns immer wieder, wie perfekt und schnell die Kommunikation im Bienenstaat funktioniert.
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